Haushalt
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Den Haushalt selbstständig meistern

Max Schwaab* öffnet die Wohnungstür mit einem Lächeln. Der 83-Jährige lebt seit dem Tod seiner Frau vor fünf Jahren allein. Seine Wohnung gleicht einem kleinen Atelier. Bilder, Kunstobjekte und Erinnerungsstücke erzählen von seinem Leben. «Ich hänge an meinem Zuhause», sagt er. «Hier kenne ich jeden Winkel.»

Vieles erledigt Max Schwaab noch selbst. Kochen, Einkaufen und Wäsche waschen gehören für ihn zum Alltag. Doch manche Handgriffe fallen heute schwerer als früher. «Ich merke, dass ich mir meine Kräfte besser einteilen muss», sagt er.

Heute besucht ihn Jacqueline Hausherr, Team-Coach Home & Care bei Spitex Zürich. Sie führt eine Bedarfsabklärung durch. Ziel ist es, gemeinsam herauszufinden, wie sich der Alltag einfacher und sicherer gestalten lässt. «Viele Menschen möchten möglichst lange selbstständig zu Hause leben», sagt Jacqueline Hausherr. «Oft reichen kleine Veränderungen, damit genau das gelingt.»


Gemeinsam gehen sie durch die Wohnung. Jacqueline Hausherr achtet auf Details, die im Alltag leicht übersehen werden: Ein Teppich, der verrutschen könnte, häufig benötigte Gegenstände, die schwer erreichbar sind, oder unnötige Wege bei der Hausarbeit. «Wichtig ist, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und unnötige körperliche Belastungen zu vermeiden.»

In der Küche bleiben beide stehen. Max Schwaab räumt häufig benutzte Tassen aus einem hohen Küchenschrank. Jacqueline Hausherr schlägt vor, Alltagsgeschirr und Kochutensilien auf Schulterhöhe zu platzieren. So müssen die Arme seltener gehoben werden. Auch einfache Hilfsmittel wie Öffnungshilfen für Flaschen oder rutschfeste Unterlagen erleichtern viele Arbeiten. Beim Thema Einkaufen erzählt Max Schwaab, dass Getränkeflaschen zunehmend schwer zu tragen sind. Jacqueline Hausherr empfiehlt einen Einkaufswagen mit Rollen oder einen Lieferservice für grössere Einkäufe. «Es geht nicht darum, alles allein zu schaffen», sagt sie. «Es geht darum, die eigenen Kräfte sinnvoll einzusetzen.»

Im Wohnzimmer fällt Jacqueline Hausherr ein kleiner Teppich auf. «Solche Kleinigkeiten können schnell zur Stolperfalle werden», erklärt sie. Lose Teppiche, herumliegende Gegenstände oder schlecht verlegte Kabel erhöhen das Sturzrisiko. Freie Laufwege, gutes Licht und rutschfeste Unterlagen schaffen mit wenig Aufwand oft mehr Sicherheit.


Auch das Badezimmer kann einfach sicherer gestaltet werden. Antirutschmatten und Haltegriffe erleichtern das Ein- und Aussteigen aus Dusche oder Badewanne. «Viele Anpassungen kosten wenig und geben ein grosses Stück Sicherheit zurück», sagt Jacqueline Hausherr.

Zum Schluss sprechen die beiden über Unterstützung im Alltag. Die Home & Care-Teams von Spitex Zürich helfen bei Bedarf beim Einkaufen, bei der Reinigung, der Wäschepflege oder bei der Zubereitung der Mahlzeiten. Dazu gehört etwa, Speisen aufzuwärmen oder Mahlzeiten sinnvoll zu ergänzen. Dabei werden die Kundinnen und Kunden nach Möglichkeit in die Arbeiten einbezogen. Denn das Ziel ist nicht, ihnen Aufgaben abzunehmen, sondern ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.

Max Schwaab blickt sich zufrieden in seiner Wohnung um. «Viele der Vorschläge kann ich gleich umsetzen», sagt er. Für Jacqueline Hausherr ist genau das entscheidend: «Selbstständig zu bleiben, bedeutet nicht, alles allein erledigen zu müssen. Wer den Alltag an die eigenen Bedürfnisse anpasst und Unterstützung gezielt nutzt, kann oft lange sicher und selbstbestimmt zu Hause leben.» 

*Name geändert


Home & Care bei Spitex Zürich
Die Mitarbeitenden im Hauptgeschäftsfeld Home & Care unterstützen und entlasten im Haushalt: Wohnung und Wäsche reinigen, Einkäufe erledigen und beim Zubereiten von Essen helfen. Die Kundinnen und Kunden werden nach deren Möglichkeit in diese Arbeiten einbezogen, um so die Selbstständigkeit so lange wie möglich zu erhalten.