Thomas Heiniger
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«Hoch auf unsere schöne Stadt Zürich»

Was sieht ein Zünfter, wenn er am Sechseläuten durch Zürich zieht? Und was denkt er über die Arbeit der Spitex? Thomas Heiniger kennt beide Perspektiven: Als Präsident von Spitex Schweiz ordnet er ein, was Pflege für die Stadt bedeutet – auch jenseits der Festtage. Und als Zünfter bei der Zunft Wollishofen ist er Teil des Zürcher Traditionsanlasses. 

Normalerweise kommen bei der Rubrik #WirsindSpitexZürich nur Mitarbeitende von Spitex Zürich zu Wort. Doch weil es in den eigenen Reihen keinen Zünfter gibt, hat Spitex Zürich einen solchen bei Spitex Schweiz «ausgeliehen». 

Sie nehmen als Zünfter der Zunft Wollishofen am Sechseläuten teil. Was bedeutet Ihnen dieser Tag persönlich? 
Thomas Heiniger: Ich bin seit 25 Jahren – ohne generationenlange Tradition – Zünfter und geniesse die Freundschaft und Zusammengehörigkeit in der Zunft, den farbenfrohen Umzug in der schönen Stadt Zürich, die fröhliche Stimmung in den Zunftstuben und abends auf den Gassen. Gelebtes Brauchtum von Menschen von heute, mit einem Blick zurück und mit Ideen für morgen. 

Wenn Sie im Zunftumzug durch Zürich gehen: Worauf achten Sie – auf die Menschen, die Atmosphäre oder die Tradition? 
Das Fest lebt von den Menschen. Sie prägen die Stimmung, machen die Atmosphäre. Ich tauche gerne in diese Szenerie ein. 

Zünfte stehen für Gemeinschaft und Verlässlichkeit. Welche dieser Werte prägen auch Ihr eigenes Handeln im Alltag? 
Beide. Gemeinsam mit anderen Leistungserbringern unterwegs zu sein, prägt die wichtige, integrierte Versorgung, in der die Spitex eine tragende Rolle einnimmt. Und Verlässlichkeit ist mir beim Handeln der Spitex und bei meinem eigenen Verhalten besonders wichtig. 

Gibt es ein Ritual oder einen Moment am Sechseläuten, der für Sie besonders sinnbildlich für Zusammenhalt ist? 
Der Witz und der Respekt gleichermassen in den zöiftigen Reden, die alle enden mit einem «Hoch auf unsere schöne Stadt Zürich». 

Zitat Thomas Heiniger


Viele Menschen, die am Strassenrand stehen und den Umzug verfolgen, werden irgendwann im Leben auf Unterstützung angewiesen sein. Denken Sie in solchen Momenten an die Arbeit der Spitex? 
Ja, das Fest lebt von den Menschen in ihrer Vielfalt. Dass ihm auch zahlreiche Menschen beiwohnen, die heute oder morgen auf Spitex angewiesen sind, freut mich sehr. Und ihnen verteile ich unterwegs die Blumen, die ich auf dem Umzug von lieben Freundinnen erhalte. Ich komme am Schluss mit leeren Händen, aber einem reichen Herzen auf dem Sechseläutenplatz an. 

Sie sind Präsident von Spitex Schweiz und kennen die Bedeutung der ambulanten Pflege schweizweit. Was sehen Sie, wenn Sie an die konkrete Arbeit von Spitex Zürich denken? 
Im Alltag setzt Spitex Zürich ihre umfassende Kompetenz in der Pflege und Unterstützung der Menschen in ihren eigenen vier Wänden ein. Dazu braucht es viel guten Willen, menschliche Nähe und Fachwissen. Das ist Arbeit im Kern einer menschenfreundlichen Gesundheitsversorgung. 

Spitex Zürich ist – wie die Zünfte – tief in den Quartieren verwurzelt. Wo sehen Sie Parallelen zwischen dieser lokalen Verankerung und der Zunfttradition? 
Nähe und Vertrautheit sind wichtig für die Pflege, genauso für das Gewerbe und ganz allgemein für eine gute Gemeinschaft. Aber immer unter einem grossen Dach und eingebettet in ein grosses Ganzes – und für Spitex Zürich ist das dann Spitex Schweiz. 

Wenn das Sechseläuten endet und der Alltag zurückkehrt: Welche Rolle spielt die Spitex dann für die Menschen in der Stadt Zürich? 
Die Spitex ist immer da. Nicht nur für grosse Feste und in Hochstimmung, sondern zur Pflege im gewöhnlichen Alltag, zur Unterstützung dann, wenn es alleine nicht geht. 

Das Sechseläuten ist eines der bekanntesten Zürcher Frühlingsfeste und geht auf Zunfttraditionen zurück. Im Zentrum steht der Umzug der Zünfterinnen und Zünfter durch die Innenstadt, begleitet von Musik, Pferden und historischen Gewändern. Höhepunkt ist das Verbrennen des «Böögg», einer Schneemannfigur, auf dem Sechseläutenplatz. Der Explosionszeitpunkt des Böög gilt als inoffizielle Prognose für den Sommer: Je schneller der Kopf explodiert, desto schöner soll er werden. Das Fest verbindet Brauchtum mit Gegenwart und bringt jedes Jahr Tausende Menschen in der Stadt Zürich zusammen.

Thomas Heiniger Spitex
Thomas Heiniger Zunft