Zum Tag der Kunst sprechen wir mit Katharina Keller. Sie arbeitet als Fachfrau Gesundheit Somatic Care bei Spitex Zürich und ist künstlerisch aktiv. Im Interview erzählt sie, wie sich Pflege und Kunst gegenseitig beeinflussen und weshalb Kreativität im Berufsalltag unverzichtbar ist.
Du bist künstlerisch tätig und arbeitest in der Pflege. Was war zuerst da – die Kunst oder die Pflege?
Da ich erst seit neun Jahren in der Pflege arbeite, begann alles mit der Kunst. Ursprünglich arbeitete ich im Schulbereich, die Kunst habe ich jedoch immer hobbymässig betrieben.

Was bedeutet deine Kunstform für dich – und was entsteht, wenn du kreativ arbeitest?
Ich zeichne Comics und Cartoons. Das ist für mich ein idealer Ausgleich zu meiner körperlich und mental fordernden Arbeit. In meinen Comics greife ich Themen aus meinem Berufsalltag auf und erzähle kleine, illustrierte Geschichten über Begegnungen mit Kundinnen, Kunden sowie Kolleginnen und Kollegen. Humor ist mir dabei besonders wichtig.
Spitex-Alltag als Cartoon – Beobachtungen und Humor in gezeichneter Form.
Du arbeitest in einem festen Team. Was schätzt du an dieser Konstanz?
Für mich ist Stabilität sehr wichtig. Ich bin ein Teamplayer und schätze es, dass wir uns gegenseitig unterstützen können. Im Team sind wir aufeinander angewiesen, deshalb ist mir diese Konstanz mit der Zeit noch wichtiger geworden.
In der Pflege ist genaues Beobachten zentral. Spielt diese Fähigkeit auch in deinem künstlerischen Arbeiten eine Rolle?
Auf jeden Fall. Oft sind es die kleinen, unscheinbaren Details, die inspirieren. Man muss genau hinschauen, besonders auf Kleinigkeiten, die im Alltag leicht übersehen werden. Diese Momente zeichnerisch umzusetzen, ist herausfordernd und gleichzeitig sehr bereichernd.
Gibt es Momente in deinem Berufsalltag, die dich künstlerisch weiterbeschäftigen oder inspirieren?
Solche Momente erlebe ich immer wieder. Witzige Situationen lassen sich leichter umsetzen, schwieriger sind Themen wie Krankheit oder Tod. Gerade diese intensiven, manchmal absurden oder sehr privaten Momente berühren mich und inspirieren gleichzeitig. Wichtig ist dabei immer der respektvolle Umgang und die Begegnung auf Augenhöhe.
Braucht gute Pflege Kreativität?
Ja, unbedingt. Bei den Kundinnen und Kunden zu Hause treten oft unerwartete Situationen auf. Man muss flexibel sein und passende Lösungen finden. Gerade in Situationen mit Sprachbarrieren oder bei Menschen mit Demenz kann schon eine einfache Illustration helfen.
Katharina Keller
Bei Spitex Zürich seit: 2017
Funktion: Fachfrau Gesundheit Somatic Care
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